Geschichte des Euros

Auf dieser Seite lesen Sie die kurze, aber schon sehr bewegte Geschichte des Euros.

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Alter des Euro

Auf die Anfrage nach dem Alter des Euro geben die meisten Verbraucher entweder das Datum der erstmaligen Ausgabe von Zahlungsmitteln an oder sie erinnern sich an die Einführung des entsprechenden Buchgeldes, welche drei Jahre vor der Bargeldeinführung stattfand.

Tatsächlich begann die Geschichte des Euro bereits viele Jahre zuvor.

Die ersten Schritte

Der Grundgedanke einer gemeinsamen europäischen Währung wurde bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geäußert. Konkret schlug die damalige EWG-Kommission 1962 erstmals die Einführung einer Währungsunion vor. Der Vorschlag scheiterte jedoch daran, dass die Mitgliedsstaaten zunächst nicht zur Abgabe ihrer finanzpolitischen Verantwortung bereit waren.

Der Werner-Plan von 1970 ist nach dem Pierre Werner benannt, der als Premierminister Luxemburgs erstmals den Gedanken einer europäischen Einheitswährung vertrat. Dieser Plan fand zunächst keine Zustimmung, zumal viele Staaten wirtschaftlich nicht stabil waren.

Neun Jahre später wurde das Europäische Währungssystem eingeführt, dessen Ziel weitgehend stabile Wechselkurse zwischen den Währungen der beteiligten Staaten war. Dieser wurde 1999 durch den Wechselkursmechanismus II abgelöst. Der WKM II gilt heute weiterhin als Konvergenzkriterium für die Einführung der Gemeinschaftswährung.

Die ECU als tatsächliche Vorläuferin des Euro

Als tatsächliche Vorläuferin des Euro lässt sich die Verrechnungseinheit ECU bezeichnen. Diese galt von 1979 bis 1998 und wurde im Verhältnis 1:1 in den Euro umgetauscht. Im Gegensatz zum Euro war die ECU jedoch ausschließlich als Buchwährung konzipiert, Münzen existierten nur als Sammlermünzen in geringer Auflage und waren nicht oder nur im Ausgabeland als gesetzliche Zahlungsmittel anerkannt. Das Führen eines Sparkontos oder Girokontos in ECU war möglich, wurde allerdings nur von wenigen Banken angeboten. Einige Staaten gaben Anleihen außer in ihrer Landeswährung auch in ECU aus. Auch der Verkauf von Reiseschecks bliebt während der gesamten Existenz der Verrechnungseinheit ein Nischenprodukt.

Der Euro als Buchwährung

Die Einführung des Euro als Buchgeldes erfolgte bereits im Januar 1999. Er löste in dieser Eigenschaft die ECU ab, wobei die Umstellung zwischen der alten und der neuen Währung im Verhältnis 1:1 erfolgte. Deutlich mehr Geldinstitute als früher bei der ECU erlaubten bereits vor der Einführung des Euro als Bargeld das Führen eines Kontos in der neuen Währung.

Damit sich Verbraucher an die Gemeinschaftswährung gewöhnen konnten, gaben einige Banken auch bei DM-Konten zu Informationszwecken den Kontostand zusätzlich in Euro an. Ein ähnliches Informationsverhalten zeigten auch viele Händler. Einige Energieversorger erstellten bereits vor dem Jahr 2002 die maßgebliche Jahresrechnung in Euro, während die DM-Rechnung nur noch Informationszwecken diente.

Die Einführung der Münzen

Offizielles Zahlungsmittel wurde der Euro ab dem ersten Januar 2002. Verbraucher konnten bereits ab Mitte Dezember Startpakete mit Münzen der neuen Währung erwerben. Die Umstellung der meisten Verkaufsautomaten erfolgte derart, dass diese zunächst Münzen in beiden Währungen akzeptierten und die DM-Annahme einstellten, sobald die Mehrzahl der Käufer mit Euro-Münzen bezahlt hatten. Im Automatenverkauf bezahlten Kunden teilweise bereits vor der offiziellen Bargeld-Einführung des Euro mit den neuen Münzen.

In den einzelnen Staaten galt eine unterschiedlich lange Übergangsphase, so dass vorübergehend Scheine und Münzen der alten Währungen und des Euro gleichzeitig als Zahlungsmittel galten. Diese Übergangszeit dauerte in Deutschland zwei Monate. Über die Dauer der Eintauschmöglichkeit der alten Geldscheine und Münzen entschied jedes Land für sich, in Deutschland können DM-Münzen und DM-Scheine unbefristet eingetauscht werden. Mit Beginn des Jahres 2013 erfolgt eine Neuauflage von Eurogeldscheinen, wobei zunächst nur der Schein im Wert von fünf Euro ausgetauscht wird.

Es kommen immer weitere Länder hinzu

Die Möglichkeit zur Einführung des Euro besteht grundsätzlich für alle Staaten der Europäischen Union, sofern diese die Konvergenzkriterien erfüllen. Lediglich Dänemark und Großbritannien haben sich den Verzicht auf die Teilnahme an der Gemeinschaftswährung zusagen lassen, während Schweden mit Duldung der EU absichtlich ein Kriterium verpasst. Einige Staaten hatten bereits vor der Euro-Einführung eine Währungsunion mit kleinen Nachbarländern unterhalten, so dass der Euro in den betroffenen Kleinstaaten ebenfalls gilt.

Hier erfahren Sie, welche Länder aktuell den Euro haben.

Die Eurokrise

Die Eurokrise ist eigentlich eine Staatsschuldenkrise und beruht darauf, dass einige Euro-Staaten ihre Staatsschulden nicht ohne Unterstützung ordnungsgemäß bedienen können. Zur Stabilisierung der betroffenen Staaten und zur Abwehr negativer Einflüsse staatlicher Schulden einzelner Mitgliedsländer auf den Euro ist eine von allen Mitgliedern getragene Unterstützung der Schuldenstaaten erforderlich.

Autor: Helmut Agnesson
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